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Brummifahrer auf Abruf

11.11.2019

Was ist Gelegenheitsverkehr? Oder eine Idiotenbrücke? Alexander Stary, Vorsitzender des Betriebsrats der Koelnmesse, kennt sich damit bestens aus. Denn die Begriffe haben mit seiner Leidenschaft zu tun: Fahrzeugen. Je größer sie sind, desto faszinierender findet Stary sie. „Wenn ich früher einen Bus oder Lkw gesehen habe, hatte ich immer den Wunsch, am Steuer zu sitzen“, erinnert sich Stary. Also fasste er sich im Oktober 2018 ein Herz − und machte kurzerhand den Busführerschein. „Weil ich einmal dran war, habe ich den Lkw-Führerschein gleich mitgemacht“, sagt Stary. „Damit ich auch gewerblich fahren darf, habe ich zusätzlich die IHK-Prüfung abgelegt. Formal bin ich also Berufskraftfahrer im Personenverkehr.“ Genauer: im Gelegenheitsverkehr. So heißt es, wenn Reisegruppen einen Bus chartern.

Um diesen Titel zu führen, muss Stary einige Voraussetzungen erfüllen: Kenntnisse in Lkw- und Bustheorie, ein einwandfreies Führungszeugnis, die medizinische Eignung. „Und natürlich Fahrstunden“, ergänzt Stary. „Die ersten hatte ich nach Weihnachten. Im Februar 2019 habe ich die Lkw-Prüfung abgelegt, im April folgte die Prüfung für den Bus.“ Seitdem ist Stary nebenberuflich als Aushilfsfahrer bei einem Familienbetrieb in Frechen tätig. Kann ein fest angestellter Mitarbeiter eine Fahrt nicht übernehmen, springt er ein. „Meist sind das Fahrten am Wochenende. Mir passt das gut, denn als Minijobber darf ich nur wenige Stunden nebenbei arbeiten.“

Perfekt vorbereitet

Vor jeder Tour gibt es für Stary viel zu tun. Zunächst führt er die gesetzlich vorgeschriebene Abfahrkontrolle durch, überprüft also den technischen Zustand des Fahrzeugs. Schon hier kommt die Fahrerkarte ins Spiel, die sämtliche Arbeits-, Bereitschafts-, Lenk- und Ruhezeiten dokumentiert. Auch die Strecke plant Stary bereits im Vorfeld. „Ein Bus ist höher, länger und breiter als ein Pkw, deshalb versuche ich Einschränkungen − wie etwa niedrige Brücken − zu umfahren“, betont er und fügt schmunzelnd hinzu: „Weil man sich dort festfahren kann, heißen sie im Kölner Volksmund Idiotenbrücken.“

Trotz aller Vorbereitung: Den Bus präzise durch den Straßenverkehr zu manövrieren, ist für Stary immer wieder aufs Neue eine Herausforderung. „Wenn man das Heck zu stark herumreißt, werden die Passagiere ordentlich durchgeschüttelt“, erläutert er. Hinzu kommt, dass der Bus im Vergleich zum Lkw mehr Überhang hat. „Durch diesen größeren Abstand zwischen Reifen und Stoßstange schaukelt der Bus mehr auf den Achsen.“ Deshalb sei die berühmte letzte Reihe auch so beliebt.

Was ihm an der Arbeit als Busfahrer besonders gefällt? „Ich genieße es, dass die Touren so verschieden sind. Mal transportiere ich Kindergartenkinder, mal Senioren. Mal geht es in die Eifel oder ins Ruhrgebiet − und manchmal sogar ins benachbarte Ausland“, berichtet Stary. Doch egal, wohin die Fahrt ihn auch führt: Für Stary ist jede Tour wie ein kleiner Urlaub. „Ob Stadt, Park oder Museum: Einmal angekommen, nutze ich die Zeit zum Entdecken und Entspannen.“