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Rekordjahr 2019: Koelnmesse erzielt erstmals über 400 Millionen Euro Umsatz

Aus starker Position in die Coronakrise - gravierende Einbußen in 2020

Die Koelnmesse ist auch 2019 mit neuen Bestmarken über sich hinausgewachsen: Mit 412,7 Millionen Euro liegt der Umsatz über 15 Prozent über dem des bisherigen Rekordjahres 2017, das als ungerades Kölner Messejahr mit vergleichbarem Portfolio die Benchmark darstellt. Der Jahresüberschuss in Höhe von 30,5 Millionen Euro nach Steuern ist eines der stärksten Ergebnisse in der Konzerngeschichte und liegt 9,2 Millionen Euro über Plan. "Wir hatten uns für 2019 viel vorgenommen und schließlich auch geliefert. Damit konnten wir unseren jahrelangen Wachstumskurs fortsetzen", erklärt Messechef Gerald Böse, der die Koelnmesse trotz absehbar hoher Verluste in der Corona-Krise gewappnet sieht: "Die Pandemie hat uns in einer Position der Stärke getroffen. Ab September wollen wir mit unseren Fachmessen wieder an den Start gehen."

"In den vergangenen Jahren hat die Koelnmesse klug gewirtschaftet", betont Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und Vorsitzende des Aufsichtsrats. Dies belegen ein Eigenkapital von über 255,3 Millionen Euro, eine schuldenfreie Bilanz und ein Liquiditätspolster von rund 120 Millionen Euro zum Ende 2019. "Den neuen Herausforderungen in der aktuellen Lage begegnen die Koelnmesse und ihre Teams mit Flexibilität und großer Motivation", so Reker.

Wesentliche Ursache für das gute Ergebnis in 2019 ist die sehr gute Entwicklung der Eigen- und Gastveranstaltungen am Messestandort Köln und in den wichtigsten Märkten weltweit ebenso wie die weitere Ausweitung des Servicegeschäfts. Zudem haben sich die Gastveranstaltungen der Koelnmesse Ausstellungen GmbH deutlich besser entwickelt als geplant.

Aussteller-Rekord: rund 45.000 Unternehmen
An den weltweit 78 Messen und Ausstellungen 2019 beteiligten sich über 45.000 ausstellende Unternehmen aus 120 Ländern und rund 2,3 Millionen Besucher aus 218 Staaten. Hinzu kamen rund 124.000 Teilnehmer an Kongressen außerhalb der Messen. 25 Eigen- und 24 Gastveranstaltungen sowie 4 Special Events fanden in Deutschland statt.

Ein großer Teil des Eigenprogramms der Koelnmesse hat sich 2019 mit Blick auf Aussteller, Besucher und Fläche besser als der vom Messeverband AUMA ermittelte Durchschnitt entwickelt. Sieben Messen konnten sogar Steigerungen über alle drei Parameter hinweg verbuchen, darunter die Zuliefermessen ProSweets Cologne im Ernährungs- und interzum im Einrichtungsbereich sowie die Anuga.

Premieren und Jubiläen
Eine gelungene Messepremiere im vergangenen Jahr feierte die CCXP COLOGNE - Comic Con Experience mit viel medialer Aufmerksamkeit. Der 100. Geburtstag der Anuga war ein für die Messelandschaft besonderes Ereignis. Außerdem standen das 60-jährige Jubiläum der interzum und das 50-Jährige der COLOGNE FINE ART & DESIGN auf dem Programm. Im Februar 2020 feierte mit der ISM eine weitere traditionsreiche Messe im Food-Bereich 50. Geburtstag.

Internationales Geschäft schließt mit deutlichem Plus ab
Die Koelnmesse konnte in 2019 ihr internationales Geschäft mit
25 Auslandsveranstaltungen weiter stärken und ausbauen. Im Vergleich zu 2018 stieg der Auslandsumsatz mit Messen, Ausstellungen und Beteiligungen um 2,4 Prozent und liegt 2019 bei 37,7 Millionen Euro. Zu den 25 Auslandsmessen zählte die Premiere der ANUFOOD Brazil in São Paulo. Beispiele besonders positiver Entwicklungen im Jahr 2019 waren die Cibus Tec in Italien im Bereich Lebensmitteltechnik und die THAIFEX - World of Food Asia in Thailand.

Koelnmesse 3.0 im Zeitplan
Das Investitionsprogramm Koelnmesse 3.0 hat enorme Fortschritte gemacht, unter anderem mit dem Bau der Halle 1plus, die noch im Jahr 2020 fertiggestellt wird. Ihre 10.000 m² zusätzlicher Fläche bieten langfristig neue Möglichkeiten für Messen, Ausstellungen und Sonderschauen mit bis zu 4.000 Teilnehmern und können variabel mit anderen Messehallen verbunden werden. Die erste Messe in der neuen Location ist Anfang 2021 die LivingKitchen parallel zur imm cologne. Im Bestand wurden die Südhallen bei laufendem Messebetrieb weiter im Zeitplan saniert.

Digitale Transformation auf gutem Weg
Die Koelnmesse investiert seit Jahren in die Digitale Transformation: Mit einer hochkarätigen Ausstattung der Belegschaft und verbesserten internen Prozessen, digitalen Services und Infrastruktur sowie der schrittweisen Digitalisierung ihrer Veranstaltungen hat sie in den vergangenen Jahren viel geleistet und eine solide Basis für die Herausforderungen der aktuellen Lage geschaffen.

Massive Auswirkungen der Corona-Krise
Die Corona-Krise hat für die Koelnmesse gravierende Folgen: Aufgrund der weltweiten Pandemie mussten alle von März bis August geplanten Messen verschoben oder abgesagt werden: insgesamt 10 eigene Veranstaltungen und 8 Gastmessen in Köln, 12 im Ausland. Darunter war in Köln die Eisenwarenmesse, die ART COLOGNE, die photokina, die Reifenmesse THE TIRE COLOGNE und die CCXP COLOGNE. Die gamescom Ende August wird als rein digitales Format stattfinden.

"Es ist unser erklärtes Ziel, im Herbst wieder Fachmessen durchzuführen", betont Messechef Gerald Böse. Am 6. Mai hat das Land NRW dafür die Weichen gestellt und Fachmessen sowie Fachkongresse unter Auflagen erlaubt. Die Koelnmesse hat dazu ein detailliertes Konzept entwickelt: Mithilfe eines Berechnungsmodells prüft sie für jede Messe, welche Maßnahmen an welchen Orten ergriffen werden müssen, um Hygienestandards und Abstände zu gewährleisten. Für die Gastronomie auf dem Gelände werden zusätzliche Hygienemaßnahmen umgesetzt. Auch die Vorgaben für den Standbetrieb sowie den Standbau werden angepasst.

Ihren Ausstellern bietet die Koelnmesse in der aktuellen Krise besondere Konditionen: Viele Anmeldefristen wurden verlängert und bei Absagen oder Verschiebungen von Veranstaltungen erstattet die Koelnmesse alle an sie gezahlten Leistungen. "Mit diesen und weiteren Maßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Rückkehr ins Messegeschehen für unsere Branchen zu erleichtern", erklärt Oliver Frese, seit Januar 2020 Chief Operating Officer bei der Koelnmesse.

Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr hatte die Koelnmesse mit einem Umsatz von über 360 Millionen Euro geplant. Durch Messeabsagen und -verschiebungen sind bereits Umsätze und Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich weggebrochen. Schon jetzt steht fest, dass die Koelnmesse 2020 mit gravierendem Verlust abschließen wird. Der weitere Verlauf hängt davon ab, wann und in welcher Dimension die Veranstaltungen der Messe wieder nachhaltig an den Start gehen können. Vorsorglich hat die Koelnmesse mit ihrem Gesellschafter Stadt Köln einen Kreditrahmen vereinbart, der dem Unternehmen zusätzliche Liquidität in Form eines Cash Pooling zur Verfügung stellt. Dieses Cash Pooling ist auch eine Bedingung der Europäischen Investitionsbank für die Auszahlung von vereinbarten Krediten zur Finanzierung anstehender Investitionen.

Laut Herbert Marner, Chief Financial Officer der Koelnmesse, wird es "unter den bestehenden Bedingungen Jahre dauern, bis wir das ursprünglich geplante Niveau wieder erreicht haben. Aufgrund der guten Ausgangsbasis sind wir aber sehr zuversichtlich, in 2021 - auch wenn wir mit Umsatzrückgängen gegenüber der alten Planung rechnen - wieder einen Gewinn auszuweisen und einen positiven operativen Cashflow erwirtschaften. Auch wenn es in den kommenden geraden Jahren durchaus wieder zu Verlusten kommen kann, werden wir im mittelfristigen Zeitraum bis 2024 kumuliert Gewinne erzielen."

Die im Investitionsprogramm Koelnmesse 3.0 für 2020 vorgesehenen Maßnahmen in Höhe von knapp 100 Millionen Euro wird die Koelnmesse trotz der Einnahmenverluste weitestgehend realisieren. Dazu gehören die Fertigstellung der neuen Halle 1plus sowie die Sanierungsmaßnahmen der Hallen 10 und 2. "Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat unterstütze ich ausdrücklich den strategischen Willen der Koelnmesse, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch das Festhalten an den geplanten Investitionen weiterhin zu stärken", betont Henriette Reker. Weiterhin gilt: Die Messe baut, was sie sich leisten kann - aus eigener Kraft und über den Kapitalmarkt.