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Ausführungen von Oberbürgermeister Jürgen Roters, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Koelnmesse, anlässlich der Jahres-Pressekonferenz am 20.07.2011,11.00 Uhr, in Sitzungszimmer 13.29 im Messehochhaus

Ich freue mich, dass wir heute ein Zimmer mit Domblick haben. Dieses Panorama symbolisiert besser als viele Worte die greifbare Nähe zwischen Messegelände und City, aber eben auch zwischen Koelnmesse und Stadt.

Es gibt viele gemeinsame Herausforderungen. Ich will Ihnen heute in meiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender kurz darstellen, dass wir diese Herausforderungen im Griff haben und die Perspektive eine sehr gute ist.

Die Koelnmesse bewegt: Sie zieht über 44.000 ausstellende Unternehmen und 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher zu über 80 Veranstaltungen in Köln und aller Welt an - sehr zum Nutzen von Stadt und Region. Denn die Koelnmesse sorgt alleine in Köln für Umsätze in Höhe von über 1 Milliarde Euro - und das jedes Jahr. Sie sichert außerdem permanent 11.000 Arbeitsplätze in der Stadt. Damit dies so bleibt, ja sogar noch weiter wachsen kann, wird auch bei der Koelnmesse selbst derzeit viel bewegt.

Das Unternehmen befindet sich in einer starken Position: Das gilt

  • für den Umsatz,
  • die Zahl der Veranstaltungen,
  • die internationale Reputation
  • und auch den Verlauf der weitaus meisten Messen in den vergangenen Monaten.

Kurz: Die Koelnmesse macht ihren Job als Messegesellschaft ausgezeichnet.

Geschäftsführung und Gesellschafter haben aber dennoch Handlungsbedarf festgestellt. Wir wollen diese erfolgreiche Tätigkeit als Messeveranstalter mit positiver Auswirkung auf die Wirtschaftsförderung der Region auf Dauer auch mit positiven betriebswirtschaftlichen Ergebnissen verbinden.

Derzeit ist die wirtschaftliche Situation des Unternehmens unbefriedigend. Dafür haben
  • die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise,
  • der Wettbewerb im internationalen Messegeschäft,
  • aber auch lokale Einflussgrößen wie die Höhe der Mieten für den Nordteil des Geländes.

gesorgt.

Erste Maßnahmen der Geschäftsführung haben in den vergangenen beiden Jahren schon gute Erfolge gezeigt, es geht aber noch weiter. Eckpunkte sind
  • das Auslandsgeschäft,
  • das Messeprogramm,
  • die Organisationsstruktur
  • und die Kosteneffizienz.

Der Plan steht. Seine Umsetzung wird das Unternehmen aus der aktuellen Verlustzone in wenigen Jahren nachhaltig zurück in die schwarzen Zahlen bringen.

Mit einer pointierten Internationalisierungsstrategie wird das Auslandsgeschäft noch stärker als bisher die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund stellen. Profitabilität ist auch oberstes Gebot für die Veranstaltungen hier in Köln. Die Geschäftsführung will und wird auch die Effizienz der Organisation auf allen Ebenen noch weiter steigern. Weitere Maßnahmen auf der Kostenseite werden das Ergebnis in den kommenden Jahren signifikant verbessern und die Koelnmesse nachhaltig in die Gewinnzone führen.

Für den Aufsichtsrat stelle ich fest: In der Summe sind diese Maßnahmen, die intensiv mit uns abgestimmt sind, geeignet und ausreichend, die Zukunft der Koelnmesse profitabel zu gestalten.

Eine nachhaltige Rückkehr der Koelnmesse in die Gewinnzone wird auch langfristig dafür sorgen, dass die städtischen Finanzen nicht belastet werden. Bisher, das will ich ausdrücklich betonen, haben negative Ergebnisse der Koelnmesse nicht die städtische Kämmerei getroffen, sondern wurden aus dem
Eigenkapital des Unternehmens getragen. Das Stadtsäckel hat im Gegenteil angesichts der genannten positiven Standortfaktoren der Koelnmesse bisher von der Messetätigkeit mittelbar Nutzen gehabt.

Für die Stadt Köln als Hauptanteilseignerin bringt die Koelnmesse in zweifacher Hinsicht positive Perspektiven mit: Wir profitieren als Region von der Messetätigkeit und können gleichzeitig auf die zukünftige Profitabilität des Unternehmens bauen. Das ist eine durchaus komfortable Situation. Wir haben aber seitens der Gesellschafter auch deutlich gemacht, dass wir ein künftiges Wachstums- und Investitionsprogramm unterstützen werden. Dazu wird uns die Geschäftsführung Ziel- und Entwicklungsobjekte für ein profitables Wachstum mit neuen Messethemen am Standort Köln vorlegen. Wir sind gewillt, mit einem weiteren bewussten Investment in die Messe die positiven Effekte für die Region durch neue Veranstaltungen und weiteres Wachstum zu stärken. Über die Details werden wir zu entscheiden haben.

Es passt ins Bild, dass sich derzeit auch eine Reihe von Rahmenbedingungen im Sinne der Messe gut entwickeln. Dazu zählt vor allem, dass in die Verhandlungen mit dem Vermieter der Nordhallen deutliche Bewegung gekommen ist. Wie Sie wissen, haben wir mit dem Oppenheim-Esch-Fonds eine Vereinbarung zur Höhe der Nutzungsentschädigung für die Hallen getroffen: Sie wird die Koelnmesse deutlich entlasten, auch wenn dies das Bilanzergebnis nicht verbessert, da die Koelnmesse selbstverständlich den vollen Mietsatz zurückstellt. Bilanzverbesserungen sind erst möglich, wenn eine endgültige Lösung gefunden ist. Der Verlauf des Rechtsstreits um die Mietzahlungen und das Ergebnis des vorliegenden Wertgutachtens für die Messehallen lassen aber den Schluss zu, dass die in der Interimsvereinbarung fixierte und seit einigen Monaten gezahlte Summe durchaus marktnah ist. Hier ist also auch langfristig mit dauerhafter Entlastung zu rechnen.

Damit gilt es jetzt, die geplanten Maßnahmen umzusetzen. Das wird ein Kraftakt, bei dem wir als Gesellschafter die Koelnmesse unterstützen. Die Arbeit wird aber hier gemacht, von dieser Geschäftsführung und der gesamten Messemannschaft. Dabei wünsche ich allen eine ruhige Hand und langen Atem. Wir sehen zuversichtlich in die Zukunft.

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