#koelnmesse

DE Icon Pfeil Icon Pfeil
DE Element 13300 Element 12300 EN

48. ART COLOGNE: 19 NEW POSITIONS zeigen junge Kunst

Für die 48. ART COLOGNE (10. bis 13. April 2014) hat eine Fachjury 19 junge Künstler ausgewählt, die im Förderprogramm NEW POSITIONS die Möglichkeit erhalten, ihre Werke in eigens eingerichteten Förderkojen neben den Ständen ihrer Galeristen zu präsentieren. Das Förderprogramm wurde bereits 1980 initiiert und bot heute bekannten Künstlern wie u.a. Neo Rauch, Olafur Eliasson, Rosemarie Trockel oder Thomas Schütte eine frühe Präsentationsplattform. Zusätzlich zur Ausstellungsfläche wird ein teilnehmender Künstler mit dem NEW POSITIONS-Preis geehrt. Der Preis beinhaltet eine Einzelausstellung in der Kölner Artothek im Gesamtwert von 10.000 Euro und wird ermöglicht durch die Deutsche Telekom. Die finanziellen und administrativen Mittel für das Förderprogramm stellen die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, das Land NRW, der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler sowie die Koelnmesse zur Verfügung.

Die diesjährigen NEW POSITIONS zeigen, dass das Medium der Malerei noch immer seinen Stellenwert im Werk junger Künstler behauptet, die sich dabei jedoch in zunehmendem Maße unkonventioneller, experimenteller Mittel bedienen. Politische und gesellschaftliche Fragestellungen werden zudem in Installationen aufgeworfen. Ebenso begeben sich junge Künstler in den öffentlichen Raum oder fordern Betrachter zur interaktiven Auseinandersetzung mit ihren Kunstwerken auf. Bildhauer suchen in ihren Skulpturen aus überwiegend alltäglichen Materialien den Bezug zum Raum.

Künstlerische Grundlagenforschung im Bereich der Malerei betreibt Paul Czerlitzki (Galerie Laurent Godin, Paris). Sein konzeptuelles Interesse an diesem Medium geht so weit, dass er dessen materielle Bestandteile - Keilrahmen, Leinwand, Grundierung und Farbe - mittels Faltungen, Zerlegungen und anderer künstlerischer Gesten in Beziehung zum Raum setzt. Hedwig Eberle (Galerie Jahn, München) hingegen fällt durch pastosen Farbauftrag ins Auge, legt mit kraftvollen Pinselhieben Schicht auf Schicht und strukturiert das sich prozesshaft entfaltende Bildgeschehen häufig durch Farbwülste und Stege. Natureindrücke dienen Natalia Zaluska (Christine König Wien) als Ausgangspunkt für malerische Werke, in denen ihre besondere Sensibilität für Texturen und haptische Qualitäten sichtbar wird. Dabei beschränkt sich die Künstlerin auf geometrische Grundfiguren, die in der variierenden Wiederholung eines begrenzten Formen- und Farbvokabulars an die Minimal Art erinnern. Holzkohle ist das Medium der Belgierin Hannelore Van Dijck (Galerie Zink, Berlin) die in maroden, verlassenen Häusern raumgreifende temporäre Wand- und Bodenzeichnungen anfertigt, die durch ihre physische Präsenz und ihre atmosphärische Wirkung bestechen. Daniel Schubert (Galerie Gebr. Lehmann, Berlin/Dresden) lotet die Möglichkeiten des Mediums mit klassischen Malmitteln wie Eitempera, Hasenleim und Pigmenten aus und sucht neue Ausdrucksformen. Dabei dienen ihm oft flüchtige Eindrücke von Naturerscheinungen oder Graffiti als Impuls für Arbeiten, die häufig über einen langen Zeitraum hinweg entstehen. Einer gestisch-impulsiven Malerei ist Elizabeth Neel (Susanne Vielmetter, Culver City/California) verpflichtet. In ihren Arbeiten auf Papier oder Leinwand kontrastieren opake und transparente Flächen mit unbemalten Partien. Die schwungvollen Setzungen sorgen für zusätzliche Spannung im Bild. Feiner Velours dient Tobias Hantmann (Galerie Bernd Kugler, Innsbruck) einerseits als Malgrund für mehreckige Flächen, die sich zu geometrisch-abstrakten Kompositionen fügen, andererseits für die Darstellung feinschattierter, diffuser und detailreicher Szenerien, die sich nur mit Mühe dechiffrieren lassen. Ebenso ungewöhnlich ist die Verwendung von Töpfen und Pfannen, auf deren Böden er täuschend echt wirkende Lichtbrechungen malt, was man allerdings erst bemerkt, wenn man den Standort wechselt. In akribischer Kleinarbeit entstehen die meist monochromen großformatigen Zeichnungen von Lada Nakonechna (Galerie Eigen + Art, Berlin/Leipzig), die oft wirken, als baue sich gerade in verstörender Langsamkeit eine Internetseite auf, auf der sich ein Bild über das andere schiebt. Die Zeichnerin irritiert mit Motivkombinationen, in denen Romantik auf Gewalt trifft und zeigt ihre Arbeiten vorzugsweise in von ihr kreierten Settings. Beeindruckend sind die visuellen Effekte, die Jonas Maas (Figge von Rosen, Köln/Berlin) bei seinen UV-Drucken auf Aluminium erzielt. Sie beruhen auf einem hochkomplizierten Arbeitsverfahren, bei dem er den Computer als malerisches Werkzeug einsetzt. Auch bei Gemälden, bei denen die Farbe mittels Pinsel, Sprühpistole und Rolle auf einem Bildträger gebracht wird, spielt er mit der Wahrnehmung und lotet die Möglichkeiten und Grenzen der Malerei aus. Spitze Winkel und geometrisch-strenge Formen sind charakteristisch für die Leinwand-Arbeiten und lackierten Metallplatten des Düsseldorfers Jan Kämmerling (Galerie Jean Brolly, Paris). Im Mittelpunkt seines Werkes steht die Organisation von Flächen und ihre Beziehung zum Raum, wie zum Beispiel in der Werkgruppe 'Broken Ornaments', die aus zerschnittenen und gebogenen Metallplatten besteht.

Rahmenskulpturen bilden einen Schwerpunkt im Werk der Bildhauerin Jenni Tischer (Galerie Krobath, Wien). Sie bestehen aus quadratischen oder rechteckigen, beweglich miteinander verbundenen, Holzteilen, die sie zu dreidimensionalen Objekten zusammenfügt und mit textilen Materialien wie Garn, Baumwollkordel und Leinen sowie mit anderen Werkstoffen kombiniert. Die Formen sind inspiriert von Webstühlen und Webrahmen. Tischer ruft über ihr Material narrative Assoziationen wach, die man weiterspinnen kann. Felix Kultau (fiebach, minninger, Köln) bedient sich vorgefertigter Gegenstände bei der Erstellung von Leuchtkästen, in denen er scheinbar zusammenhanglos Einzelteile miteinander kombiniert. Die so entstandenen Ensembles können als Reflex auf klassische Malerei und Skulptur gelesen werden und stecken voller philosophischer Referenzen. Das Künstlerkollektiv FORT (Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Wien), bestehend aus Jenny Kropp und Alberta Niemann, vernetzt in seinen Installationen und Performances reale Begebenheiten und Ereignisse mit einer konstruierten Welt aus Zeichen und Andeutungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aneignung, Transformation und Inszenierung unterschiedlicher Orte, die die Künstlerinnen entweder selbst schaffen oder vorfinden. In der Ausstellung 'Leck' haben sie das vollständige Mobiliar einer Schlecker-Filiale in den Galerieraum verpflanzt, wo der Anblick der leeren Regale und Gänge Besuchern die Problematik einer Insolvenz vor Augen führte. Der Ausstellungstitel greift dabei das Motiv des Untergehens auf. Der Libanese Rayyane Tabet (Galerie Sfeir-Semler, Hamburg) erforscht in seinen Rauminstallationen auf hintergründig-subtile Weise die politische, geographische und gesellschaftliche Problemlage seines Heimatlandes. Jean-Pascal Flavien (Catherine Bastide, Brüssel) konstruiert temporäre Behausungen und Architekturinstallationen, die als vorübergehender Wohnort dienen oder für Performances genutzt werden. Konventionelle Erwartungen an das Wohnen werden in den minimalisierten Gebäuden und ihren modularen Einrichtungsobjekten ad absurdum geführt und dienen eher experimentellen Selbstversuchen. Sam Keogh (Kerlin Gallery, Dublin) kreiert in raumgreifenden begehbaren Installationen einen eigenen Kosmos, in dessen Mittelpunkt die Kunstfigur Mop steht, eine Art Reinkarnation des müll-liebenden' Oscar the grouch' aus der Sesamstraße. Analog dazu entwirft Keogh eine labyrinthische Müllhalde voller Fundstücke, Skulpturen und Objekte, die sich assoziativ miteinander in Beziehung setzen lassen.

Zentrale Themen von Annika Kahrs (Produzentengalerie Hamburg) sind das Verhältnis von Realität und Fiktion, von Kunst und Künstlichkeit, von Ritual und Ereignis. Diesen Fragen widmet sie sich anhand verschiedenster Versuchsanordnungen in Filmen und Videos, aber auch in Installationen, Performances, Graphiken und Skulpturen. Mit Wortspielereien und Statements, die er vornehmlich mit Gold, Silber, Messing und Aluminium auf braunes Papier aufbringt, öffnet John Aaron Frank (Galerie Lange + Pult, Zürich) den Blick für Phrasen und Allgemeinplätze. Ironisch und kritisch, humorvoll und einfallsreich in der Wahl seiner Mittel, untersucht er Themen des alltäglichen Lebens.Ein Vertreter der konzeptuellen Fotografie ist der Kanadier Andrew Beck (Galerie Luis Campaña, Berlin), den die Wirkungen von Licht und Schatten interessieren, die er auch in anderen Medien wie etwa Wandzeichnungen auslotet.

Anmerkung für die Redaktion:
Bildmaterial und das Logo zur ART COLOGNE finden Sie in unserer Bilddatenbank im Internet (www.artcologne.de) im Bereich Presse.

48. ART COLOGNE
Publikumstage: 10. bis 13. April 2014

AXA ART Professional Preview und Vernissage
Mittwoch, 9. April 2014

Die Koelnmesse führt seit 90 Jahren Menschen und Märkte zusammen. 1924 startete die Erfolgsgeschichte der Kölner Messen mit der Eröffnung der ersten Veranstaltung auf dem Köln-Deutzer Gelände. Im Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit stieg die "Rheinische Messe" zum Welthandelsplatz auf. Heute verfügt die Koelnmesse über das fünftgrößte Messegelände der Welt und organisiert rund 75 Messen in Köln und weltweit. Im Jubiläumsjahr 2014 trägt die Koelnmesse ihre Geschichte mit zahlreichen Aktionen, mit Publikationen und Ausstellungen in die Öffentlichkeit.

Downloads zu dieser Pressemitteilung