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Rede von Herbert Marner, Geschäftsführer und CFO der Koelnmesse GmbH, anlässlich der Jahres-Pressekonferenz der Koelnmesse am 04.07.2012

2011 war ein hervorragendes Jahr für die Koelnmesse. Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres zeigen:

- Die Veranstaltungen wachsen überdurchschnittlich.
- Die Koelnmesse hat sich deutlich über Plan entwickelt.
- Die Effizienz- und Restrukturierungsprogramme der vergangenen Jahre greifen.

Im Detail:

Der Umsatz der Koelnmesse hat mit 235,3 Millionen Euro fast das Rekordniveau von 236,8 Millionen Euro des Vorjahres erreicht. Er liegt um rund 18 Millionen Euro über Plan. Gegenüber den jeweiligen Vorveranstaltungen bedeutet dies eine Steigerung um fast 14 Prozent. Damit können die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise bedingten Rückgänge 2009 und 2010 von insgesamt rund 9 Prozent überkompensiert werden.

Die Ergebnisverbesserung gegenüber Plan ist ebenso deutlich. Statt eines geplanten Verlustes von 25 Millionen Euro müssen wir nur noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 4,9 Millionen Euro ausweisen und dies bei Berücksichtigung der vollen Miete für das Nordgelände. Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen ist mit rund 16,9 Millionen Euro deutlich positiv. Im Vorjahr lag es noch bei minus 11,5 Millionen Euro. Das messespezifische Ergebnis - also der EBITDA vor den Mietbelastungen auf die Hallen - liegt bei 39,6 Millionen Euro.

Die Koelnmesse Ausstellungen GmbH hat mit einem Rekordüberschuss vor Gewinnabführung in Höhe von 3,8 Millionen Euro bei einem deutlich über Plan liegenden Umsatz von 10,2 Millionen Euro signifikant zu diesem Erfolg beigetragen. Die Ergebnisse der Koelnmesse International GmbH und Koelnmesse Service GmbH sind auf die Koelnmesse GmbH übergegangen, mit der die bisherigen Tochtergesellschaften 2011 verschmolzen wurden. Insgesamt 623 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren im Durchschnitt 2011 bei der Koelnmesse beschäftigt, 499 davon bei der Koelnmesse GmbH, 14 bei der Koelnmesse Ausstellungen GmbH und 110 bei den Auslandsgesellschaften. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 23 Mio. Euro. Daraus haben wir unter anderem Tilgungen von Darlehen für unsere Südhallen in Höhe von 8 Mio. Euro getätigt. Die liquiden Mittel der Koelnmesse haben sich um 9,9 Millionen Euro auf 42,2 Millionen Euro erhöht. Die Cash-Pooling-Vereinbarung mit der Stadt Köln werden wir daher Ende 2012 auslaufen lassen können und danach auch nicht mehr benötigen.

Die Gründe für die dargestellte gute wirtschaftliche Entwicklung des Koelnmesse-Konzerns sind vielseitig: Dazu gehören neben der guten Konjunktur auch besonders positive Entwicklungen in einzelnen Branchen aber auch die erfolgreiche Neupositionierung in einigen Veranstaltungen. Dazu gehören auch die Anstrengungen des gesamten Hauses zur Verbesserung der Kostenseite - und zwar ohne die Qualität der Messen und Ausstellungen zu beeinträchtigen. Ein Instrument sind zum Beispiel die für einen Mittelständler wie die Koelnmesse sehr aufwändigen europaweiten öffentlichen Ausschreibungen, die aber zu gravierenden Einsparungen führen. Alleine die vier öffentlichen Ausschreibungen 2011 machen Preiseffekte in Höhe von mehr als 2 Millionen Euro aus. Insgesamt sind bis 2013 rund 25 Ausschreibungen geplant. Wir sind sicher, dass wir damit jedes Jahr noch einmal rund 2 Millionen Euro einsparen.

Die Koelnmesse hat also ihre Hausaufgaben gemacht, die Effizienz- und Restrukturierungsprogramme der vergangenen mehr als drei Jahre haben das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur geführt. Dazu gehört das 2008 aufgelegte Effizienzprogramm 2012plus, das pro Jahr 5 bis 6 Millionen Euro Einsparungen bringt. Dazu gehört auch die Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Reorganisation, die in den ersten 12 Monaten seit April 2011 3 Millionen Euro Einsparungen generiert hat. Bis 2013 werden es 10 Millionen Euro sein und ab 2015 jährlich mehr als 12 Millionen Euro.

Der positiven Entwicklung standen auch 2011 die hohen Mietbelastungen für die Nordhallen und das Congress-Centrum Nord von 22,7 Millionen Euro gegenüber. Die mit der Grundstücksgesellschaft vereinbarte Reduzierung des Aufwandes auf ein Nutzungsentgelt in Höhe von durchschnittlich 72,5 Prozent der Vertragsmiete wirkt sich nicht ergebnisverbessernd aus, da wir die Differenz zur ursprünglichen Miethöhe im Jahresabschluss zurückstellen. Wenn die abschließende Miethöhe geringer ist als die ursprüngliche - und davon gehen wir aus -, ergeben sich hier deutliche Ertragschancen. Denn alle Berechnungen zu den Ergebnissen der Folgejahre sind seriös auf der Basis des Worst Case - also der gesamten ursprünglichen Miethöhe - berechnet.

Der Erfolgskurs des Unternehmens ist offensichtlich, dennoch ist die Koelnmesse noch nicht am Ziel. Wie eben beschrieben, benötigen einige Effizienzmaßnahmen noch Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Außerdem werden wir auch zukünftig in den turnusbedingt schwachen Jahren Verluste nicht ausschließen können. So erwarten wir im - aufgrund des Messezyklus schwachen - Jahr 2012 bei einem unterdurchschnittlichen Umsatz in Höhe von 224 Millionen Euro noch einmal ein zweistellig negatives Jahresergebnis. Für 2013 budgetieren wir dagegen mit 263 Millionen Euro den mit Abstand höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte und erwarten ein einstellig positives Jahresergebnis. Im Durchschnitt wird die Koelnmesse außerdem ab 2013 positive Jahresergebnisse erzielen. Das ist nach der langen Verlustperiode über viele Jahre eine sehr erfreuliche Entwicklung.