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Rede von Oberbürgermeister Jürgen Roters, Vorsitzender des Aufsichtsrats, anlässlich der Jahres-Pressekonferenz der Koelnmesse am 04.07.2012

Unsere heutigen Botschaften sind durchweg positiv. Um es in Kürze zu sagen: Gute Messen und gutes Management haben die Koelnmesse zurück in die Erfolgsspur geführt. Es freut mich als Oberbürgermeister, dass eine unserer städtischen Gesellschaften so gute Arbeit leistet. Und es freut mich als Aufsichtsratsvorsitzenden, dass die Unternehmenszahlen sich deshalb enorm verbessert haben - nicht nur gegenüber den Vorjahren, sondern auch gegenüber den ursprünglichen Erwartungen.

Die gesamte Messemannschaft hat den Turnaround aus eigener Kraft geschafft. Die gute konjunkturelle Entwicklung wichtiger Kernbranchen hat ihren Teil zwar beigetragen. Alles Übrige ist aber einem besonderen Einsatz der Messeteams, einer weit reichenden strukturellen Neuaufstellung der Mannschaft, deutlichen Prozessverbesserungen und nicht zuletzt Kosteneinsparungen zu verdanken.

Die Veränderungen und Verbesserungen in diesem Unternehmen sind aber längst nicht abgeschlossen. Herr Böse arbeitet mit seinen Teams derzeit intensiv an einer neuen Internationalisierungsstrategie. Wir haben in unseren Gremien längst akzeptiert, dass im Messegeschäft Köln nicht allein der Nabel der Welt ist. Wer Erfolg haben will, muss seine Messethemen und seine Kunden, die hier ausstellen, auch in die Wachstumsmärkte der Welt bringen. Der Aufsichtsrat der Koelnmesse wird diese weitere Internationalisierung der Unternehmensaktivitäten, die stets auf mittelfristige Profitabilität abzielt, unterstützen. Das gilt vor allem auch dann, wenn dazu weitere Investitionen, beispielsweise in sinnvolle Akquisitionen einzelner Veranstaltungen, erforderlich sind.

Zur Internationalisierung der Marke Köln leistet die Messe ebenfalls einen unverzichtbaren Beitrag, wie mir gerade in den vergangenen Monaten wieder deutlich bewusst wurde. Wir haben unser gemeinsames internationales Standortmarketing ausgebaut, waren zusammen in China, in Japan und Singapur, in Brasilien und Indien. In vielen Boomregionen rund um den Globus verfügt die Koelnmesse über ein Netzwerk aus Tochtergesellschaften, Repräsentanzen und Kooperationspartnern. Es macht Sinn, wenn alle Beteiligten, vor allem aus Politik und Wirtschaft, gemeinsam potenzielle Investoren und auch Messepartner ansprechen, um sie von der Leistungsfähigkeit unserer Region zu überzeugen, und gemeinsam bei wichtigen Verbänden, Ministerien, Diplomatischen Institutionen und Unternehmen vorstellig werden. Das hat gut funktioniert, zuletzt Anfang Mai in Indien. Dort wurden uns nicht nur zwei bedeutende Unternehmensansiedlungen im IT-Sektor zugesagt, auch Messen wie die UrbanTec sind auf großes Interesse der offiziellen Stellen gestoßen. Die gute Zusammenarbeit funktioniert übrigens auch in umgekehrter Richtung, wie jüngst bei der International Summer University an der Uni Köln für junge Messemanager aus der ganzen Welt. Oder beim Indiaday, den die Koelnmesse mit weiteren Partnern vor kurzem im Rahmen der Indienwoche ausgerichtet hat. Dass sie sich auch am Chinajahr Köln 2012 beteiligt, versteht sich dann fast von selbst.

Nicht nur der Status Quo, auch die Perspektiven der Koelnmesse sind erfreulich. Die Organisationsstruktur und die runderneuerten Abläufe bilden eine solide Basis. Die betriebswirtschaftlichen Prognosen geben Anlass zu Optimismus - immer vorausgesetzt, dass die wirtschaftliche Großwetterlage sich nicht entscheidend eintrübt.

Die Rahmenbedingungen haben sich entspannt. Mit dem Oppenheim-Esch-Fonds als Vermieter der Nordhallen des Messegeländes sind wir zwar weiterhin in einer gerichtlichen Auseinandersetzung , auf der finanziellen Seite sorgt aber die Interimsvereinbarung bis zum Jahr 2014 über reduzierte Mietzahlungen für Stabilisierung. Die EU-Kommission hat das vergaberechtliche Vertragsverletzungsverfahren in diesem Zusammenhang im April dieses Jahres eingestellt.

Das rechtsrheinische Umfeld der Messe gewinnt weiter an Attraktivität. Dazu wird in absehbarer Zukunft auch die neue MesseCity zwischen dem Bahnhof Köln Messe/Deutz und den Südhallen ihren Teil beitragen. Die Bezeichnung MesseCity, die wir aus meiner Sicht unbedingt beibehalten sollten, symbolisiert sehr treffend, was hier passiert: die Verbindung von Messe und Stadt, die nicht nur optisch durch direkten Domblick zum Ausdruck kommt, sondern sich sicher auch in der Ansiedlung messenaher Dienstleister wiederfinden wird. In diesem Umfeld würde zudem ein weiteres Hotel sowie das von Stadt und Messe seit langem gewünschte Kongresszentrum mit einer Kapazität bis zu 5.000 Personen auch aus Sicht der Stadtentwicklung das Rechtsrheinische weiter aufwerten.

Auch in der MesseCity werden Stadt und Entwicklungsgesellschaft eng mit der Koelnmesse kooperieren, wenn es darum geht, Bau und Messebetrieb reibungslos zu synchronisieren. Die MesseCity ist auch eine der Optionen für den zukünftigen Verwaltungssitz der Koelnmesse. Weitere sind der Verbleib im Messehochhaus sowie ein Neubau auf der anderen Straßenseite. Wie immer die Lösung aussieht: Die Wirtschaftlichkeit hat oberste Priorität.

In diesem Unternehmen ist Bewegung. Aus Sicht der Aufsichtsgremien kann es so weitergehen, und ich bin sicher: Das wird es auch! Erst vor wenigen Wochen haben wir den Vertrag mit Herrn Böse verlängert, und auch der Rest des Führungstrios bleibt uns noch längere Zeit erhalten.

Blicken wir also mit Optimismus in die Zukunft, freuen wir uns als nächstes auf eine gute gamescom, die nicht nur die Messehallen füllt, sondern auch noch mehr Leben in die City bringt. Auch dies ist ein Symbol für das gute Miteinander der Stadt und der Koelnmesse.