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Wie die Koelnmesse die Weihnachtsfeier rettete

Kim Brake, Julia Caspari und Laura Enderes von der Koelnmesse saßen im Oktober zusammen und grübelten. Ihr Auftrag lautete: Organisiert bitte in diesem Jahr die Weihnachtsfeier - trotz laufender Messeabsagen, trotz Kurzarbeit, trotz zahlreicher Kollegen in mobiler Arbeit. Klingt nicht machbar. Kosten darf es möglichst auch nichts.

Was dann am Donnerstagabend, Anfang Dezember ab 17:00 Uhr passierte, hätten sie so nicht erwartet. Und ehrlich gesagt niemand bei der Koelnmesse. Optimismus ist derzeit zwar Pflichtprogramm in der Messelandschaft. Irgendwann muss es doch wieder losgehen. Aber wenn die Kreativität nicht weiß wohin, dann entlädt sie sich eben. Und das passierte dieses Mal im digitalen Raum.

"Hab gerade Gänsehaut" schreibt einer vor Beginn der Feier im Chat auf der brandneuen digitalen Eventplattform der Koelnmesse, die eigentlich mit Hochdruck für Messen im digitalen Raum konzipiert wurde und bereits bei der DMEXCO@home im Einsatz war. "Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtsfeier", schreibt ein anderer. Neben dem Chat sieht man ein Standbild: "Hier startet die Weihnachtsfeier der Koelnmesse". Und dann läuft das Video wie von Zauberhand.
Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung, leitet in den Abend ein: "In diesem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Jahr treffen wir uns digital und sind startklar für einen gemeinsamen Jahresabschluss der besonderen Art."

Dann geht es Schlag auf Schlag. Ein Kollege wird beim Kochen beobachtet. "Den sollten wir mal buchen," schreibt einer im Chat. "Gerne", kommt es direkt zurück. Vertriebsmanager Dennis Kelput hat das Video vorproduziert. Es wirkt aber wie live. Seine Kollegen bleiben dabei. Bis zu 500 sind auf der digitalen Eventplattform permanent online von 17:00 Uhr bis 20:30 Uhr, dem offiziellen Programmende, und manche auch ein wenig länger. Neben dem vorproduzierten Programm gibt es Virtual Cafés. "Wir haben im Vorfeld unsere Kollegen angesprochen, wer Lust hat, auf unserer Eventplattform für die Weihnachtsfeier live aufzutreten", erzählt stellvertretend für das Orga-Team Julia Caspari, sonst für die Personalentwicklung tätig. 21 Live-Angebote kamen so zustande. Vom Kaminzimmer mit "Ugly Sweater Contest" über eine Weihnachtsbäckerei für Nussecken, Bastelstube oder einer Bar mit dem Namen "The Mule" bis zu mehreren Wichtelzimmern und einem Spielcasino war für jeden was dabei.

"Jetzt bekommen wir Rückmeldungen, wie die tollen Ideen denn in eine physische Weihnachtsfeier hinübergerettet werden könnten", erzählt Kim Brake vom Orga-Team, Vertriebsmanagerin Services. Dafür waren beispielsweise die Weihnachtslesungen von Katrin Schön, Director der h+h cologne und Jochen Lorenz, der Belegschaft eher als Gruppenleiter Standbau-Services bekannt, einfach zu außergewöhnlich. Schön hatte sich hingesetzt und eigens in einer Erzählung notiert "Wie die Koelnmesse das Weihnachtsfest rettete". Lorenz trug im feinsten Zwirn mit stoischer Miene brüllend komische Geschichten vor. Der Applaus drückte sich in Jubelstürmen im Chat aus - digital eben. Schön und Lorenz konnten direkt mitlesen.

Nicht anders lief es in den zahlreichen Liveschaltungen. Von Kollegen für Kollegen, das war schon immer die Devise für die Weihnachtsfeiern der Koelnmesse.
"In diesem Jahr haben sie mich aber sprachlos gemacht", resümiert Gerald Böse.

Es mag daran liegen, dass die Belegschaft gewohnt ist, für Begegnungen zu sorgen und diese stets neu zu denken. "Dabei ist das digitale Treffen nicht so steril wie man denkt", merkt einer um 22:30 Uhr in einer der digitalen Bars an. "Gute Aussichten für die Hybridisierung unserer Messen," antwortet ein Kollege. Das offizielle Programm ist längst zu Ende. In den virtuellen Räumen tauschen sich immer noch über 200 Kollegen per Videokonferenzschaltung aus, prosten sich zu und lachen. "Hey, wir kennen uns ja noch gar nicht", ruft einer. "Das nächste Mal aber bitte mit DJ-Liveschalte!", sagt eine andere. Denn getanzt wurde in den vergangenen Jahren auf den Weihnachtsfeiern der Koelnmesse immer bis tief in die Nacht. Vielleicht wird ja die Weihnachtsfeier 2021 hybrid - genauso wie Messen. "Unseren Kollegen fällt dazu bestimmt eine Menge ein - die digitale Eventplattform bietet reichlich Raum für Kreativität", ist sich Laura Enderes sicher.

Bis dahin hat auch der Weihnachtsmann in Katrin Schöns Geschichte sein Werk getan: "Dann nahm er einen Stern vom Himmel, zerbröselte ihn und pustete den Sternenstaub über die Erde. Und in diesem Moment sahen die besten Wissenschaftler der Welt in die dunkle Nacht und sagten: 'Oh! Ich glaub, ich hab' die Lösung'".

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